Tourismus kulinarisch & nachhaltig: Südsteiermark, Friuli Venezia Giulia und Primorska
45 neugierige und gut aufgelegte „MMIT-ler und MMIT-lerinnen“ waren unterwegs, um drei Regionen zu erkunden, die touristisch oft noch als Geheimtipp gelten. Diese spezielle Auslandsexkursion im Schwerpunkt Marketing-Management im Tourismus (Tourismuszweig der Bergheidengasse) fand mit einigen Abänderungen bereits das zweite Mal statt. 4HTA und 4HTB waren in Begleitung ihrer MMIT-Lehrerinnen Karin Lutnik, Astrid Frisch und Silvia Pointner.
Das Hotel Vile Park in Portorož direkt am Meer war für die gesamte Woche das sehr angenehme Quartier von dem aus das Exkursionsprogramm in Angriff genommen wurde. Die idyllischen Küstenstädte Piran und Izola waren ebenfalls Teil des Programms.
Der Schwerpunkt der Exkursion lag bei Unternehmen, die mit ihrer Ausrichtung auf Biobetrieb überzeugende zukunftsweisende Beispiele für Destinationsprodukte darstellen und gleichzeitig touristische Dienstleistungen erbringen. Sie bieten genau das an, was man für den Aufbau von nachhaltigen Tourismusprodukten in einer Region braucht.
Wein als Bioprodukt – Tement und Rodica
Im Programm: zwei Winzer, die in völlig unterschiedlichen Regionen auf Bio-Weinbau gesetzt haben.
Das Weingut Tement in der Südsteiermark (Zieregg, Ehrenhausen) ist international bekannt und erfolgreich. Die Weine der Sauvignon Blanc-Linie des Hauses zählen zu den prämierten Topweinen Österreichs. Tement bietet für Interessierte mit der „Winzarei“ zusätzlich edle Gästezimmer.
Das Weingut Rodicaim slowenischen Istrien (Truške, Marezige) liegt ebenso wie Tement in einer idyllischen Hügellandschaft und hat von Beginn an auf Bio-Weinbau gesetzt. Das edle Ambiente moderner Steinhaus-Architektur eignet sich ideal für Veranstaltungen von Seminaren bis Hochzeiten.
Olivenöl verkosten und Trüffelsuche live erleben
Die Familie Lisjak in Šalara bei Koper betreibt schon länger eine Olivenölmühle für die Bauern der Gegend. Inzwischen erzeugt man auch selbst Bio-Olivenöl (No Waste Olive Mill!) und Produkte aus Olivenöl (z.B. Kosmetik). Für Touristen bietet man unter anderem Oldtimer-Touren in die Olivenhaine an.
Sarah Kocjančič hat die „Trüffel-Jagd“ von ihrem Vater gelernt und erzählte, wie man Trüffelhunde trainiert und wie man mit ihnen die teuren Kostbarkeiten sucht. Nachdem sich Trüffelhund Lisa Streicheleinheiten von allen 45 Teilnehmern geholt hatte, wurde es ernst. Die zuvor versteckten Trüffeln wurden von ihr in Windeseile erschnuppert und ausgegraben.
Meersalz und Biofisch Fonda
In den Salinen von Piran (Sečovlje) wurde die uralte Technik der Salzgewinnung aus Meerwasser erklärt.
Bei Biofisch Fonda erfuhr man, wie Wolfsbarsche umweltschonend gezüchtet werden und dass es das erste Unternehmen ist, das seinen Fisch zu einem Markenprodukt entwickelt hat. Bei der Verkostung des Branzino wurde die gesamte Reisegruppe von der Qualität des Markenprodukts überzeugt.
Illy und Triest
Der Workshop „Farben des Kaffees“ beim Kaffee-Giganten Illy in Trieste diente zur Auffrischung von bereits Gelerntem. Außerdem bekam die Gruppe eine Einführung in das professionelle Kaffee-Verkosten.
Die Stadt Triest und ein Besuch im Feinkost-Mekka Eataly waren natürlich Teil des Programms. Bei der Trieste-Challenge konnten die zwölf Teams ihre Social Media-Kompetenz „rasch Content in ein originelles Video verpacken“ unter Beweis stellen
Ljubljana – Destinationsmarketing und Streetfood-Markt
Das Tourismusmarketing von Ljubljana setzt auf Nachhaltigkeit und punktet mit vielen originellen Marketingideen. Der Vortrag von Dejan Ristić, einem Mitarbeiter der Tourismusorganisation, war für die MMIT-Gruppe ein interessanter Einblick in die Arbeit einer erfolgreichen DMO.
Der freitägliche Streetfood Markt und die pittoreske Altstadt von Ljubljana waren ein guter Abschluss einer Exkursion, die viele sensorische Erlebnisse geboten hat.
Illy Workshop in TriestOlivenöl-Verkostung bei LisjakAbendspaziergang in PiranTrüffel-Schnuppern
Kärnten, Friaul, Primorska: nachhaltiger und kulinarischer Tourismus als Schwerpunkt einer MMIT-Projektwoche!
Gemeinsam mit ihren MMIT-Lehrerinnen waren die 4HTA und 4HTB mit dem Bus unterwegs auf einer nachhaltig köstlichen Tour. MMIT steht für Marketing-Management im Tourismus und ist einer der beiden Schwerpunkte in der Höheren Lehranstalt für Tourismus. Das Marketing und damit auch die Produktpolitik von Destinationen sind in diesem Schwerpunkt von besonderem Interesse. Destinationen bilden immerhin die Basis des Tourismus.
Reisen zu den Wurzeln des guten Geschmacks – Slow Food in Kärnten
Die erste Slow Food Travel Destination weltweit liegt in Kärnten: Lesach,- Gail- und Gitschtal sowie der Weissensee haben seit 2016 den Tourismus nach den Grundsätzen der italienischen Bewegung mit dem Schnecken-Logo ausgerichtet. Die Region ist damit Vorbild für andere Destinationen, die lieber auf Nachhaltigkeit statt auf Massentourismus setzen.
Wie das in der Praxis funktioniert, wurde der Exkursionsgruppe im Hotel Schloss Lerchenhof in Hermagor präsentiert. Eckart Mandler von Slow Food Kärnten und der Seniorchef des Schlosshotels Johann Steinwender sind wahre Slow Food-Urgesteine und waren begeistert von der Möglichkeit jungem Publikum diese Philosophie näher zu bringen.
Primorska – Bioprodukte im slowenischen Istrien
„Headquarter“ war das Hotel Vile Park direkt am Meer genau in der Mitte zwischen Portoroz und Piran. Von dort aus wurden die kulinarisch geprägten Tagesausflüge in Angriff genommen.
Beim Bio-Produzenten Olivenbauer Bočaj lernte man, wie hochprämiertes Olivenöl richtig verkostet wird. Im Weingut Rodica wurde nicht nur erklärt, wie Bio-Weinbau funktioniert, verkostet wurden Weinen aus autochthonen Rebsorten, begleitet von einer istrischen Jause, ebenfalls von Bioproduzenten.
Ein weiteres Highlight war die Vorführung der Trüffelsuche mit Hund. Trüffelspezialistin Sara Zdenko und Hündin Lisa ließen sich von den starken Windböen nicht beeindrucken. Man erfuhr, wie man bereits Welpen mit dem Trüffel-Geschmack vertraut macht und worauf man bei der Trüffelsuche zu achten hat. Lisa legte sich bei der Vorführung ordentlich ins Zeug und fand die unscheinbaren Knollen (vorher vergraben) in atemberaubender Geschwindigkeit.
Für manche war der Besuch der Salinen von Secovlje ein „Aha-Erlebnis“: Endlich wurde klar, wie man aus Meerwasser feines Meersalz und die besonders edlen Salzblüten gewinnt. Ein Teil der Salinen wird heute nicht mehr bewirtschaftet, sondern als Naturschutzgebiet für Besucher:innen geöffnet.
Bei einer Bootsfahrt mit Bio-Fisch Fonda kam man den Zuchtnetzen mit Branzini (Branzino = Wolfsbarsch) in allen Altersstufen ganz nahe und wurde aufgeklärt, wie die Aufzucht nach Bio-Kriterien funktioniert.
“Un nero” und Eataly in Triest – Marketing, Streetfood und Broken Bones in Ljubljana
Triest, die Hafenstadt und Hauptstadt von Friaul Julisch Venetien empfing die Gruppe mit kräftiger Bora (kalter, böiger Nordwind). Also genau damit, wofür die „Stadt der Winde“ berühmt ist. Mit kulinarischen Arbeitsaufträgen wurde die Stadt in Kleinteams erkundet. Es musste unter anderem eine typische Triestiner Kaffeespezialität verkostet und das Feinkost-Unternehmen Eataly besucht werden. Eataly kooperiert auch mit Slow Food und bietet regionale italienische Spezialitäten in einer Art Feinkost-Supermarkt mit „Restaurant-Ecken“ an.
Die slowenische Hauptstadt Ljubljana bildete den krönenden Abschluss der Exkursion. Durch ihre Lage direkt am Heimweg nach Wien, war ein Besuch Pflicht.
Wie schaffte es Ljubljana sich in den letzten Jahren zu einer immer beliebteren Städtedestination zu entwickeln? Špela Paternoster von Turizem Ljubljana gab einen Einblick in die Marketingaktivitäten der DMO (Destinationsmarketing-Organisation) von Ljubljana. Wieder einmal wurde bestätigt, wie wichtig inzwischen Social Media Marketing für Destinationen geworden ist.
Streetfood höchster Qualität gibt es in Ljubljana immer am Freitag beim Streetfood-Markt „offene Küche“ – wenn das Wetter passt. Die Exkursionsgruppe hatte Glück und durfte die Stadt genießend kennen lernen. Unter dem Begriff „Gourmmmet Ljubljana“ wird die Kulinarik der Stadt vermarktet. Man hat einige verführerische Angebote und Veranstaltungen zu diesem Thema kreiert.
Die Destillerie Broken Bones in Ljubljana war die letzte Station: drei Quereinsteiger hatten sich vor ein paar Jahren in den Kopf gesetzt Whisky und Gin (mit regionalem slowenischen Touch) zu erzeugen. Bei einem Vortrag von Marketing-Expertin und Co-Founder Polona Preskar wurde u.a. das nicht so einfache Marketing einer Destillerie erläutert. Bei einer kleinen Ginverkostung konnte Barkeeper-Basiswissen aufgefrischt werden. Die Jungbarkeeper-Prüfung stand zu diesem Zeitpunkt vor der Tür.
„Insgesamt einfach ein cooles Erlebnis, interessante Programmpunkte und eine tolle Zeit mit der ganzen Klasse.“ Luca